Accessibility & Business

Warum Unternehmen Accessibility unterschätzen

ClarusPlus Team
Warum Unternehmen Accessibility unterschätzen

Warum Unternehmen Accessibility unterschätzen

„Das betrifft doch nur wenige“ – ein folgenschwerer Irrtum

Digitale Barrierefreiheit ist den meisten Unternehmen ein Begriff.
Und doch bleibt sie oft ein Randthema – verschoben, vereinfacht oder ganz ignoriert.

Accessibility wird selten bewusst abgelehnt –
sie wird unterschätzt.

Diese Unterschätzung ist kein Zeichen von Gleichgültigkeit,
sondern das Ergebnis falscher Annahmen und struktureller Denkfehler.


1. Accessibility wird als Nischenthema wahrgenommen

Ein weit verbreiteter Irrtum:
Barrierefreiheit betreffe nur eine kleine Gruppe von Menschen.

In der Realität profitieren davon:

  • Menschen mit dauerhaften Einschränkungen
  • ältere Nutzer:innen
  • Menschen mit temporären Beeinträchtigungen
  • mobile Nutzer:innen
  • alle, die schnelle Klarheit und einfache Bedienung erwarten

Accessibility ist damit kein Spezialfall, sondern Alltagsrelevanz.


2. Barrierefreiheit wird mit Perfektion verwechselt

Viele Unternehmen glauben, Accessibility bedeute:

  • vollständige WCAG-Konformität
  • umfangreiche technische Umstellungen
  • hohe Kosten und lange Projekte

Das führt zu Stillstand.

Wenn der Einstieg als Mammutaufgabe erscheint,
passiert oft gar nichts.

Dabei ist Barrierefreiheit ein kontinuierlicher Prozess, kein Alles-oder-nichts-Projekt.


3. Der Nutzen wird unterschätzt

Accessibility wird häufig nur mit Pflicht, Risiko oder Aufwand verbunden.
Der tatsächliche Mehrwert bleibt unbeachtet:

  • bessere Nutzererfahrung
  • geringere Absprungraten
  • höhere Conversion
  • besseres SEO
  • stärkeres Markenvertrauen

Was nicht direkt gemessen oder zugeordnet wird,
landet schnell am Ende der Prioritätenliste.


4. Fehlendes Feedback verstärkt die Fehleinschätzung

Barrieren werden selten gemeldet.
Nutzer:innen gehen – sie erklären nicht.

Das erzeugt den trügerischen Eindruck:

„Es gibt keine Probleme.“

In Wahrheit sind es stille Verluste, die in Analytics oft nicht eindeutig erklärbar sind.


5. Accessibility hat keinen klaren Verantwortlichen

In vielen Organisationen ist unklar:

  • Wer ist zuständig?
  • UX? Entwicklung? Marketing? Recht?

Wenn Verantwortung verteilt ist,
fühlt sich am Ende oft niemand zuständig.

Accessibility wird verschoben – nicht aus Absicht, sondern aus Struktur.


6. Design und Accessibility werden fälschlich getrennt

Noch immer hält sich die Annahme:

„Barrierefreiheit schränkt gutes Design ein.“

Das Gegenteil ist der Fall.

Barrierefreies Design:

  • schafft Klarheit
  • reduziert Komplexität
  • verbessert Orientierung
  • stärkt visuelle Hierarchien

Gutes Design beginnt mit Accessibility – es endet nicht dort.


7. Kurzfristige Prioritäten verdrängen langfristige Wirkung

Accessibility zahlt sich nicht immer sofort aus.
Sie wirkt schleichend, aber nachhaltig:

  • bessere Nutzerbindung
  • stabilere Performance
  • geringeres Risiko
  • höhere Zufriedenheit

In Organisationen, die stark kurzfristig denken,
werden solche Effekte oft übersehen.


Wie Unternehmen Accessibility neu einordnen sollten

Accessibility ist:

  • kein Spezialprojekt
  • kein Kostenfaktor
  • kein reines Compliance-Thema

Sie ist:

  • Qualitätsmerkmal
  • UX-Grundlage
  • Business-Faktor
  • Ausdruck von Haltung

Wer Accessibility ernst nimmt, investiert nicht in Extras –
sondern in die Basis digitaler Qualität.


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