Accessibility & HR

Barrierefreiheit im Intranet – Wenn die eigenen Mitarbeitenden ausgeschlossen werden

ClarusPlus Team
Barrierefreiheit im Intranet – Wenn die eigenen Mitarbeitenden ausgeschlossen werden
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Barrierefreiheit im Intranet – Wenn die eigenen Mitarbeitenden ausgeschlossen werden

Die vergessene Innenseite der Digitalisierung

Barrierefreiheit wird meist von außen gedacht: Website, Onlineshop, Kundenportal.

Doch für viele Mitarbeitende beginnt der Ausschluss nicht beim Kunden – sondern am eigenen Arbeitsplatz.

Ein Intranet, das nicht zugänglich ist, schließt Mitarbeitende aus – jeden Tag, still, ohne Konsequenz.


Wer im Intranet auf Barrieren trifft

Behinderungen hören nicht an der Bürotür auf. Laut WHO lebt jede sechste Person weltweit mit einer Behinderung.

Im Arbeitskontext bedeutet das:

  • Mitarbeitende mit Sehbehinderungen, die Screenreader nutzen
  • Mitarbeitende mit motorischen Einschränkungen, die nicht mit der Maus arbeiten können
  • Mitarbeitende mit Legasthenie, die von klarer Textstruktur abhängig sind
  • Mitarbeitende mit ADHS, die von übersichtlichen Interfaces profitieren
  • Mitarbeitende mit temporären Einschränkungen – Arm in Gips, Augenentzündung, Erschöpfung

Was im Intranet typischerweise scheitert

  • Komplexe Menüs ohne Tastatursteuerung
  • Fehlende Überschriftenhierarchie in langen Dokumenten
  • Keine Suchfunktion oder unzugängliche Suche

Dokumente und Dateien

  • PDFs ohne Tags – für Screenreader unlesbar
  • Tabellenkalkulationen ohne beschriftete Spalten und Zeilen
  • Präsentationen ohne Alternativtexte für Grafiken

Kommunikationstools

  • Chat-Systeme ohne Tastaturnavigation
  • Videokonferenz-Plattformen ohne Untertitel
  • Benachrichtigungen, die nicht von Screenreadern erkannt werden

HR- und Self-Service-Portale

  • Urlaubsanträge als unzugängliche Formulare
  • Gehaltsabrechnungen als nicht-barrierefreie PDFs
  • Onboarding-Strecken ohne Zugänglichkeit

Die rechtliche Dimension

Für öffentliche Arbeitgeber gilt die EU-Richtlinie 2016/2102 – Intranets sind dort ausdrücklich eingeschlossen.

Für private Unternehmen gilt das AGG (Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz): Arbeitgeber sind verpflichtet, angemessene Vorkehrungen für Mitarbeitende mit Behinderungen zu treffen.

Ein unzugängliches Intranet kann als Verstoß gegen die Beschäftigungspflicht gewertet werden.

Barrierefreiheit im Intranet ist keine freiwillige Fürsorge. Sie ist Arbeitgeberrecht.


Was zugängliches Intranet konkret bedeutet

Inhalte:

  • Klare Überschriftenstruktur in allen Dokumenten
  • Alternativtexte für Bilder und Grafiken
  • Barrierefreie PDFs mit Tags und Lesereihenfolge

Navigation:

  • Vollständige Tastaturnavigation
  • Sichtbare Fokusindikatoren
  • Konsistente Menüstruktur

Kommunikation:

  • Untertitel für Videokonferenzen und Aufzeichnungen
  • Zugängliche Chat- und Nachrichtensysteme
  • Screenreader-kompatible Benachrichtigungen

HR-Prozesse:

  • Barrierefreie Formulare für alle Self-Service-Funktionen
  • Zugängliche Onboarding-Strecken
  • Lesbare Gehalts- und Vertragsunterlagen

Barrierefreiheit als Arbeitgeberattraktivität

Unternehmen sprechen viel über Inklusion. Zugängliche Arbeitsumgebungen sind der Beweis, dass es ernst gemeint ist.

Mitarbeitende, die barrierefrei arbeiten können:

  • sind produktiver
  • sind zufriedener
  • bleiben länger

Wer inklusive Arbeitsumgebungen schafft, gewinnt Talente – und behält sie.


Der Schritt von außen nach innen

Viele Unternehmen starten mit der externen Website. Das ist richtig.

Doch Barrierefreiheit endet nicht mit dem Kundenkontakt. Sie zieht sich durch das gesamte digitale Ökosystem – bis in die tägliche Arbeit jedes Mitarbeitenden.

Wer Barrierefreiheit nur für Kund:innen denkt, denkt sie nur halb.


Wie ClarusPlus unterstützt

ClarusPlus hilft dabei, Barrierefreiheit systematisch umzusetzen – auch für interne Plattformen:

  • Automatischer Accessibility-Audit identifiziert Barrieren auf internen Seiten
  • Accessibility-Widget kann auch im Intranet eingesetzt werden
  • Barrierefreiheitserklärung dokumentiert den Stand – intern und extern

Ihre nächsten Schritte

  • Testen Sie Ihr Intranet mit einem Screenreader
  • Prüfen Sie HR-Formulare auf Tastaturnavigation und Labels
  • Stellen Sie sicher, dass interne PDFs barrierefrei erstellt werden
  • Starten Sie mit dem ClarusPlus Accessibility-Audit

Kontakt: [email protected]

Mehr erfahren: clarusplus.com

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